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Sommerliches Festkonzert auf Schloss Schleißheim
Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“
Mozart: Serenade „Eine kleine Nachtmusik“
Rossini: Streicherserenade C-Dur & „Arie des Figaro“
Brahms: Ungarischer Tanz Nr.6
Simon Zhu - Violine * & Residenz-Solisten
*1.Preis beim Premio Paganini Genua 2023
Ein sommerliches Festkonzert auf Schloss Schleißheim: Die Abendluft steht mild über den barocken Fassaden, der Himmel spannt sich weit über das Gartenparterre, und noch bevor der erste Ton erklingt, scheint die Szenerie selbst bereits Musik zu atmen. In dieser heiteren Kulisse beginnen Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“
Als Vivaldi die Konzerte 1725 veröffentlicht, entwirft er mehr als gefällige Barockmusik. Er schafft ein klingendes Theater der Natur. Im „Frühling“ zwitschern die Violinen wie aufgeregte Vögel, Quellen murmeln in geschwungenen Linien, alles scheint zu blühen. Doch die Idylle ist nicht ungetrübt: Ein kurzes Gewitter fährt dazwischen, Tremoli zucken wie Blitze durch das Orchester. Im zweiten Satz ruht der Hirte, von der Solovioline träumerisch gezeichnet, während die Bratsche mit trockenen, wiederholten Tönen den „bellenden Hund“ gibt – ein liebevoll notierter Einfall, der das Bild mit augenzwinkernder Genauigkeit schärft.
Der „Sommer“ legt sich schwer auf die Schultern. In den beigelegten Sonetten erklärt Vivaldi, was geschieht: Der Kuckuck ruft, die Turteltaube antwortet, ein Windhauch regt sich. Doch unter der Oberfläche wächst die Spannung. Schließlich bricht das Gewitter los, entfesselt und dramatisch, als entlade sich der Himmel selbst über dem Schlosspark.
Im „Herbst“ wird die Ernte gefeiert. Tanzrhythmen stampfen, der Wein fließt in Strömen, die Geigen lachen. Ausgelassenheit und der gute Wein bringt die Bauern in den Schlaf. Man hört bei der Treibjagd die Schüssen der Jäger während das flüchtende Wild musikalisch durch schnelle Läufe der Solovioline charakterisiert wird.
Der „Winter“ schließlich schneidet scharf durch die sommerliche Abendwärme dieses Konzerts. Die Streicher lassen die Zähne klappern, schnelle Repetitionen frieren die Luft ein. Schritte knirschen im Eis, Schlittschuhläufer gleiten – und stürzen. Doch auch hier liegt Schönheit im Frost, eine klare, funkelnde Transparenz.
Ein Szenenwechsel: Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ hebt an wie geschaffen für eine solche Freiluftnacht. Vielleicht einst als Auftragswerk für eine sommerliche Gesellschaft gedacht, klingt sie heute wie der Inbegriff klassischer Heiterkeit. Die Themen sind lichtdurchflutet, die Eleganz scheint mühelos. Dass ein Satz der Serenade verloren ist, macht sie zu einem Fragment – doch zu einem, das vollendet wirkt.
Mit Gioachino Rossini zieht italienisches Temperament ein. Seine Streichersonate sprüht vor Energie, und die er schrieb, als in der „Arie des Figaro“ aus dem „Barbier von Sevilla“ wirbelt die Musik in atemlosem Tempo dahin. Witz, Virtuosität und überschäumende Lebensfreude verbinden sich zu einem musikalischen Feuerwerk, das selbst die Schlossmauern zum Schwingen bringt.
So entfaltet sich an diesem Sommerabend auf Schloss Schleißheim ein Panorama der Jahreszeiten und Stimmungen, der Naturbilder und Theatergesten.
Festkonzert auf Schloss Schleißheim
Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“
Mozart: Serenade „Eine kleine Nachtmusik“
Rossini: Streicherserenade C-Dur & „Arie des Figaro“
Brahms: Ungarischer Tanz Nr.6
Marcelino Rojas - Violine * & Residenz-Solisten
Ein sommerliches Festkonzert auf Schloss Schleißheim: Die Abendluft steht mild über den barocken Fassaden, der Himmel spannt sich weit über das Gartenparterre, und noch bevor der erste Ton erklingt, scheint die Szenerie selbst bereits Musik zu atmen. In dieser heiteren Kulisse beginnen Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“
Als Vivaldi die Konzerte 1725 veröffentlicht, entwirft er mehr als gefällige Barockmusik. Er schafft ein klingendes Theater der Natur. Im „Frühling“ zwitschern die Violinen wie aufgeregte Vögel, Quellen murmeln in geschwungenen Linien, alles scheint zu blühen. Doch die Idylle ist nicht ungetrübt: Ein kurzes Gewitter fährt dazwischen, Tremoli zucken wie Blitze durch das Orchester. Im zweiten Satz ruht der Hirte, von der Solovioline träumerisch gezeichnet, während die Bratsche mit trockenen, wiederholten Tönen den „bellenden Hund“ gibt – ein liebevoll notierter Einfall, der das Bild mit augenzwinkernder Genauigkeit schärft.
Der „Sommer“ legt sich schwer auf die Schultern. In den beigelegten Sonetten erklärt Vivaldi, was geschieht: Der Kuckuck ruft, die Turteltaube antwortet, ein Windhauch regt sich. Doch unter der Oberfläche wächst die Spannung. Schließlich bricht das Gewitter los, entfesselt und dramatisch, als entlade sich der Himmel selbst über dem Schlosspark.
Im „Herbst“ wird die Ernte gefeiert. Tanzrhythmen stampfen, der Wein fließt in Strömen, die Geigen lachen. Ausgelassenheit und der gute Wein bringt die Bauern in den Schlaf. Man hört bei der Treibjagd die Schüssen der Jäger während das flüchtende Wild musikalisch durch schnelle Läufe der Solovioline charakterisiert wird.
Der „Winter“ schließlich schneidet scharf durch die sommerliche Abendwärme dieses Konzerts. Die Streicher lassen die Zähne klappern, schnelle Repetitionen frieren die Luft ein. Schritte knirschen im Eis, Schlittschuhläufer gleiten – und stürzen. Doch auch hier liegt Schönheit im Frost, eine klare, funkelnde Transparenz.
Ein Szenenwechsel: Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ hebt an wie geschaffen für eine solche Freiluftnacht. Vielleicht einst als Auftragswerk für eine sommerliche Gesellschaft gedacht, klingt sie heute wie der Inbegriff klassischer Heiterkeit. Die Themen sind lichtdurchflutet, die Eleganz scheint mühelos. Dass ein Satz der Serenade verloren ist, macht sie zu einem Fragment – doch zu einem, das vollendet wirkt.
Mit Gioachino Rossini zieht italienisches Temperament ein. Seine Streichersonate sprüht vor Energie, und die er schrieb, als in der „Arie des Figaro“ aus dem „Barbier von Sevilla“ wirbelt die Musik in atemlosem Tempo dahin. Witz, Virtuosität und überschäumende Lebensfreude verbinden sich zu einem musikalischen Feuerwerk, das selbst die Schlossmauern zum Schwingen bringt.
So entfaltet sich an diesem Sommerabend auf Schloss Schleißheim ein Panorama der Jahreszeiten und Stimmungen, der Naturbilder und Theatergesten.
Festkonzert auf Schloss Schleißheim
Verdi: Ouvertüre aus „Nabucco“
Haydn: Symphonie Nr. 73 D-Dur „La chasse“
Mozart: Symphonie A-Dur KV201
Dvorak: Suite - „Aus der Neuen Welt“
Brahms: Ungarischer Tanz Nr.6
J.Strauß: „Die Jagd“ – Schnellpolka
Residenz-Solisten
Im großen Festsaal von Schloss Schleißheim entfaltet sich ein herbstliches Konzertprogramm, - farbenreich, kontrastreich und voller Stimmungswechsel.
Den Auftakt bildet die Ouvertüre zu Nabucco von Giuseppe Verdi. Dramatische Klangblöcke und lyrische Passagen stehen einander gegenüber; bereits hier taucht das sehnsuchtsvolle Motiv des später weltberühmten Gefangenenchors auf. Der Legende nach war es genau diese Textstelle im Libretto, die Verdi – nach einer Phase persönlicher Schicksalsschläge – wieder zum Komponieren inspirierte.
Mit der Symphonie Nr. 73 „La chasse“ von Joseph Haydn zieht ein klassisches Herbstbild in den Saal ein. Das Werk verdankt seinen Beinamen dem vierten Satz („La Chasse“), der mit seinen Hornsignalen und dem galoppierenden Rhythmus eine klassische Jagdszene heraufbeschwört. Haydn war bekannt für seinen Humor. In dieser Symphonie spielt er mit dem „falschen“ Ende: Der Schlusssatz verklingt – im Gegensatz zu vielen anderen Jagdstücken der Zeit – ganz leise und sanft, als würde die Jagdgesellschaft einfach in der Ferne verschwinden.
Jugendliche Eleganz prägt die A-Dur-Symphonie KV 201 von Wolfgang Amadeus Mozart. Trotz ihrer schlanken Besetzung wirkt Mozarts Symphonie Nr. 29 erstaunlich reich an Farben und Ausdruck – ein Werk voller Leichtigkeit, das der erst achtzehnjährige Komponist in Salzburg schrieb.
Weite Klanglandschaften öffnet die Suite „Aus der Neuen Welt“ von Antonín Dvořák. Eindrücke aus Amerika – der Straßenlärm von New York, Rhythmen, die an Spirituals erinnern, und weitgespannte indianische Melodien und slawische Tänze – verbinden sich hier mit Dvořáks Sehnsucht nach seiner böhmischen Heimat.
Den heiteren Abschluss bildet die Schnellpolka „Die Jagd“ von Johann Strauß. Bei der Uraufführung im Wiener Volksgarten war das Publikum so begeistert von den lautstarken Peitschenknallen und „Hali-Hallo“-Rufen im Orchester, dass das Stück sofort wiederholt werden musste. Strauß nutzte solche Effekte gezielt, um die ausgelassene Stimmung der Wiener Ballsaison anzufeuern.
Meisterkonzert im Max-Joseph Saal bei Kerzenschein
Verdi: Ouvertüre aus „Macht des Schicksals“
Mozart: Konzert für Flöte und Harfe - Allegro
Mahler: Symphonie Nr.5 Adagietto
Debussy: Danse sacrée et dance profane
Bizet: „Carmen Fantasy“ für Flöte
Smetana: „Die Moldau“
Offenbach: Can-Can & Barcarole
J.Strauß: “An der schönen blauen Donau” - Walzer
Janine Schöllhorn - Flöte, Emilie Jaulmes - Harfe & Residenz-Solisten
Dieses Konzert führt uns auf eine hochemotionale Reise durch die Opernhäuser und Flusslandschaften Europas, getragen von dramatischer Schicksalshaftigkeit und tänzerischer Eleganz.
Die Reise beginnt mit Verdis Ouvertüre zu „Die Macht des Schicksals“. Das Werk eröffnet mit drei markanten Anfangstöne – dem „Schicksalsmotiv“ und danach erklingen die schönsten Melodien aus der Oper. Anekdote: Verdi war überzeugt, dass auf dieser Oper ein Fluch laste. Tatsächlich starben bei verschiedenen Produktionen Hauptdarsteller auf offener Bühne oder Kulissen stürzten ein. Die packende Ouvertüre ist so intensiv, dass viele Dirigenten sie bis heute mit einer extra Portion Ehrfurcht dirigieren, um das Schicksal nicht herauszufordern.
Einen Moment des puren Friedens schenkt uns Mozarts Konzert für Flöte und Harfe (Allegro). Es ist eines der wenigen Werke der Klassik, das diese beiden ätherischen Instrumente vereint. Anekdote: Mozart schrieb das Doppelkonzert für einen französischen Herzog und dessen Tochter. Obwohl er privat über die „unmögliche“ Kombination der Instrumente lästerte, schuf er eine Partitur, die so schwerelos klingt, als hätten die Engel selbst die Feder geführt.
Tiefste Romantik erleben wir in Mahlers Adagietto aus der 5. Symphonie. Nur für Streicher und Harfe komponiert, ist es eine der berührendsten Liebeserklärungen der Musikgeschichte. Anekdote: Mahler schickte das Manuskript ohne ein einziges Wort an seine zukünftige Frau Alma. Sie verstand die Musik als Heiratsantrag. Weltberühmt wurde das Stück später durch den Film „Tod in Venedig“, doch für Mahler war es kein Abgesang, sondern ein glühendes Versprechen ewiger Liebe.
Die Stimmung schlägt um in spanisches Feuer mit der „Carmen Fantasy“ für Flöte. Basierend auf Bizets Oper, fordert dieses Werk vom Solisten artistische Höchstleistungen. Heute gehören die feurigen Rhythmen der Habanera und das Zigeunerlied zu den populärsten Melodien der Welt, hier virtuos auf die Flöte übertragen.
Wir folgen dem Lauf des Wassers mit Smetanas „Die Moldau“. Vom ersten Plätschern zweier kleiner Quellen wächst die Musik zu einem mächtigen Strom an, der an Jagdszenen und einer Bauernhochzeit vorbeizieht. Anekdote: Als Smetana dieses Nationalepos schrieb, war er bereits vollkommen taub. Er hörte das Tosen der St. Johann-Stromschnellen nur noch in seiner Vorstellung – ein Zeugnis ungeheurer kreativer Kraft trotz körperlichen Leids.
Den glanzvollen Abschluss bilden die Meister der Unterhaltung. Offenbach entführt uns erst mit der verträumten „Barcarole“ in eine Gondel nach Venedig, bevor der berüchtigte „Can-Can“ das Pariser Nachtleben zelebriert. Anekdote: Der Can-Can galt bei seiner Entstehung als so skandalös und unsittlich, dass die Polizei in den Tanzlokalen kontrollierte, ob die Beine der Tänzerinnen zu hoch flogen.
Festliches Abschlusskonzert
Verdi: Ouvertüre aus „Nabucco“
Vivaldi: Flötenkonzert
Mozart: Konzert für Flöte D-Dur
Beethoven: Symphonie Nr. 3 „Eroica“
Michael Kofler – Soloflöte MPhil & Residenz Solisten
Konzertprogramm – Vom Barock zur Romantik ?
Ouvertüre aus Nabucco – Giuseppe Verdi
Verdis Ouvertüre zu Nabucco sprüht vor Dramatik und Intensität und zieht das Publikum sofort in die Welt der biblischen Geschichte. Nabucco war die Oper, die Verdi 1842 erstmals zu großem Ruhm verhalf, und bereits die Ouvertüre kündigt die emotionale Bandbreite des gesamten Werkes an. Anekdotisch wird berichtet, dass das Publikum bei den ersten Aufführungen derart von der majestätischen Kraft der Ouvertüre bewegt war, dass viele still standen, bevor der erste Akt überhaupt begann. Die heroischen Gesten und kraftvollen Themen bereiten den perfekten Einstieg für ein Programm, das von barocker Eleganz zur romantischen Dramatik führt.
Flötenkonzert – Antonio Vivaldi
Vivaldis Flötenkonzert zeigt die Brillanz des Barockflötenspiels, eines Instruments, das als zugleich zart und ausdrucksstark galt. Seine Konzerte enthalten oft virtuose Passagen, die die Grenzen der Spielertechnik herausfordern. Legenden zufolge schrieb Vivaldi, der wegen seiner roten Haare „der rote Priester“ genannt wurde, manchmal kurzfristig Passagen speziell, um seine Schülerinnen am Ospedale della Pietà zu prüfen. Das Wechselspiel zwischen Solist und Orchester in diesem Konzert vermittelt die lebendige Energie der venezianischen Barockmusik, mit lyrischen Melodien und funkelnden, rhythmisch lebhaften Abschnitten.
Konzert für Flöte D-Dur – Wolfgang Amadeus Mozart
Mozarts Flötenkonzert in D-Dur ist ein Musterbeispiel für die Eleganz und Klarheit der Wiener Klassik. Es wurde 1778 für den niederländischen Flötisten Ferdinand De Jean komponiert und besticht durch seine geschmeidigen Melodien und den feinen Dialog zwischen Solist und Orchester. Interessanterweise soll Mozart beim Komponieren unterwegs unter großem Zeitdruck gestanden haben und in Briefen an seinen Vater von den „unersättlichen Forderungen“ des Flötisten berichtet haben. Trotz dieser Schwierigkeiten strahlt das Konzert Leichtigkeit, Charme und virtuose Brillanz aus und fasziniert bis heute durch seine lyrischen, fast gesanglichen Themen.
Symphonie Nr. 3 – Eroica – Ludwig van Beethoven
Beethovens Eroica gilt als revolutionäres Werk, das die Sinfonik neu definierte. Ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet, soll Beethoven die Widmung zerrissen haben, als Napoleon sich zum Kaiser krönte. Die Sinfonie eröffnet mit heroischen Motiven, spannungsvollen Harmonien und kühnen rhythmischen Figuren. Der zweite Satz, das Trauermarsch-Thema, kontrastiert Tragik mit Triumph, während der Finalsatz vor Freude, Witz und Lebenslust sprüht. Die Eroica verkörpert Beethovens Vorstellung von Musik als Ausdruck menschlicher Größe und emotionaler Tiefe und ist ein zentraler Meilenstein des romantischen Sinfonie-Repertoires.
Dieses Programm nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte: von Vivaldis barocker Virtuosität und Mozarts klassischer Eleganz über Verdis operatische Dramatik bis hin zu Beethovens wegweisender romantischer Vision – ein Abend voller Geschichte, Emotion und musikalischem Abenteuer.
Festkonzert im Cuvilliés-Theater
Mozart: Ouvertüre aus “Don Giovanni”
Beethoven: 5. "Schicksal” Allegro con brio
Beethoven: Klavierkonzert Nr.4 G-Dur
Dvorak: “Aus der Neuen Welt” - Suite
Vivien Walser - Klavier & Residenz-Solisten
Im goldschimmernden Rokoko des Cuvilliés-Theater beginnt der Abend mit einem musikalischen Donnerschlag. Die Ouvertüre zu Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart fährt mit jenen dantesken, markerschütternden Akkorden in den Raum, die bereits das unheilvolle Erscheinen des „Steinernen Gastes“ vorwegnehmen, bevor sie in ein rastloses, fast dämonisches Allegro übergeht. Sie fängt die gesamte Spannweite der Oper zwischen Tragik und Komödie perfekt ein.
Mozart war ein Meister der Deadline-Arbeit. Die Legende besagt, dass er die Ouvertüre erst in der Nacht vor der Uraufführung (Prag, 1787) niederschrieb, während seine Frau Constanze ihm Punsch reichte und Geschichten erzählte, um ihn wachzuhalten. Die Kopisten erhielten die Noten erst am nächsten Morgen, und das Orchester musste das komplexe Stück am Abend quasi vom Blatt spielen.
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 5 c-Moll „Schicksal“ (1. Satz: Allegro con brio)
Das wohl berühmteste Motiv der Musikgeschichte – das Vier-Töne-Motiv – dominiert den gesamten ersten Satz. Es ist eine Musik von beispielloser Verdichtung und Energie, die sich aus einem winzigen Kern zu einem gewaltigen Klangstrom entwickelt. Der Beiname „Schicksalssymphonie“ stammt von Beethovens Sekretär Anton Schindler, der behauptete, Beethoven hätte über den Anfang gesagt: „So pocht das Schicksal an die Pforte!“ Ironischerweise war die Uraufführung 1808 ein Desaster: Das Publikum fror im ungeheizten Theater an der Wien, und das Orchester war nach vier Stunden Programm völlig überfordert.
Ganz andere Töne schlägt anschließend Beethovens Viertes Klavierkonzert in G-Dur an, eines der poetischsten und innigsten Werke seines Œuvres. Statt eines lauten orchestralen Auftakts beginnt das Konzert mit einer leisen, fast intimen Geste: Das Klavier allein hebt mit sanften, lyrischen Akkorden an, als entstünde die Musik aus einem stillen Gedanken. Erst danach antwortet das Orchester – ein überraschender Perspektivwechsel, der das Verhältnis zwischen Solist und Ensemble neu definiert. Bei der Uraufführung saß Beethoven selbst am Klavier, obwohl sein Gehör bereits stark nachließ; es sollte sein letzter Auftritt als Solist mit Orchester bleiben. Zeitgenossen berichten, er habe mit solcher Energie gespielt, dass er bei einer ausladenden Bewegung die Leuchter vom Instrument stieß. Die herbeieilenden Chorknaben, die die Kerzen hielten, bekamen beim nächsten Einsatz erneut einen Stoß ab, woraufhin im Saal Gelächter ausbrach. Beethoven jedoch reagierte ungehalten: Nach wenigen Takten ließ er das Orchester abbrechen und begann den Satz kurzerhand von vorn. So verbindet dieser Konzertabend drei Werke, die nicht nur musikalische Meilensteine sind, sondern auch Geschichten erzählen – von nächtlichen Kompositionswundern, chaotischen Premieren und dem ungestümen Temperament eines Genies.
Meisterkonzert im Max-Joseph Saal bei Kerzenschein
Mozart: “Die Zauberflöte” - Ouvertüre
Mozart: “Eine kleine Nachtmusik”
J. Strauß: “Die Fledermaus” - Ouvertüre
J. Strauß: “Die Jagd” - Polka
J. Strauß: "An der schönen blauen Donau - Walzer
J. Strauß: “Tritsch-Tratsch”, “Pizzicato” & weitere Schnellpolkas
Residenz-Solisten
Johann Strauß mit einer Hommage an den von ihm verehrten Mozart
Obwohl Vater Johann Strauß selbst ein berühmter Komponist ist, will er unter keinen Umständen, dass sein Sohn Musiker wird. Stattdessen schickt er den jungen Johann auf das Polytechnikum, damit er eine solide Laufbahn als Bankbeamter einschlägt. ´Der Plan geht nicht auf: Heimlich übt „Schani“ mit Unterstützung seiner Mutter Geige. Als der Vater ihn eines Tages beim verbotenen Musizieren erwischt, soll er ihn zur Strafe sogar verprügelt haben. Doch anstatt den Jungen abzuschrecken, bestärkt ihn die Episode nur noch mehr darin, seinen eigenen Weg zu gehen. Dass dieser Weg in die Musik führen wird, zeigt sich früh: Schon im Alter von sechs Jahren improvisiert Johann angeblich seinen ersten Walzer.
Strauß bezeichnete Mozart oft als den „Gott der Musik“ und betonte, dass dessen Klarheit und Melodienreichtum für ihn unerreicht blieben.
Die musikalischen Parallelen zwischen Johann Strauß und Mozart zeigen sich vor allem in der Leichtigkeit der Melodieführung, der klaren formalen Struktur und dem Bestreben, Unterhaltungsmusik auf ein konzertantes Niveau zu heben.
Strauß sammelte Mozarts Partituren: Die Hochzeit des Figaro, Don Giovanni und Die Zauberflöte nicht nur als Sammlerstück. Sein Bruder Eduard berichtete später, dass Johann oft bis spät in die Nacht über Mozart-Partituren saß, um „das Geheimnis der Mozarten'schen Klarheit“ zu ergründen. Dies führte dazu, dass er sogar in seinen eigenen Partituren kleine handschriftliche Notizen oder Querverweise zu Mozart-Themen hinterließ.
Besonders in seinen Bühnenwerken wie „Die Fledermaus“ orientierte sich Strauß an der Dramaturgie von Mozarts Figaro. Die Art und Weise, wie Ensembleszenen aufgebaut sind und Charaktere durch musikalische Motive psychologisch gezeichnet werden, spiegelt Mozarts Einfluss.
Festkonzert im Cuvilliés-Theater
Mozart: Klavierkonzert B-Dur KV 595
Chopin: Polonaise
Beethoven: Symphonie Nr.1 C-Dur
Grieg: Peer Gynt – Suite
Misora Ozaki - Klavier & Residenz-Solisten
Im Januar 1791 vollendet Wolfgang Amadeus Mozart in Wien sein letztes Klavierkonzert – das B-Dur-Konzert KV 595. Die Musik wirkt licht, gelassen und von stiller Eleganz. Bei der Uraufführung sitzt Mozart selbst am Fortepiano – es wird sein letzter öffentlicher Auftritt als Pianist. Im Finale erklingt eine schlichte, beinahe liedhafte Melodie, die später in seinem Lied „Sehnsucht nach dem Frühling“ wiederkehrt: „Komm, lieber Mai…“. In dieser Musik liegt ein besonderer Zauber – ein leiser Abschied und zugleich die Hoffnung auf neues Erwachen.
Mit seiner Ersten Symphonie bringt Ludwig van Beethoven frische Energie und kühne Klangfarben in den Saal. Bereits in diesem frühen Werk zeigt sich der unverwechselbare Geist des jungen Komponisten: elegante Melodik verbindet sich mit rhythmischer Spannung und überraschenden harmonischen Wendungen. Die Symphonie sprüht vor Vitalität und lässt bereits jene schöpferische Kraft erahnen, die Beethoven bald zu einem der bedeutendsten Symphoniker der Musikgeschichte machen wird.
Einige Jahrzehnte später sitzt Frédéric Chopin in einem Pariser Salon am Klavier. Unter seinen Händen verwandelt sich die Polonaise – einst höfischer Tanz Polens – in ein virtuoses, heroisches Konzertstück. Besonders die berühmte Polonaise As-Dur op. 53 entfaltet monumentale Energie: machtvolle Bässe, strahlende Akkorde und ein stolzer, vorwärtsdrängender Rhythmus. Zeitgenossen berichten sogar, Chopin habe beim Komponieren visionär gepanzerte Reiter vor sich gesehen – ein Bild, das die heroische Aura dieser Musik eindrucksvoll widerspiegelt.
Den farbenreichen Abschluss bildet die Musik zu Henrik Ibsens Schauspiel Peer Gynt, komponiert von Edvard Grieg. Aus diesem Werk stammen zwei der bekanntesten Klangbilder der romantischen Orchesterliteratur: die lyrische „Morgenstimmung“, in der sich der Sonnenaufgang in zarten Holzbläserlinien entfaltet, und die geheimnisvolle „Halle des Bergkönigs“, deren Musik sich aus einem leisen Motiv zu einem mitreißenden Klangwirbel steigert.
So entfaltet sich im prachtvollen Cuvilliés-Theater ein musikalischer Bogen von klassischer Eleganz über romantische Virtuosität bis hin zu farbenreicher nordischer Klangfantasie – ein festlicher Konzertabend voller Glanz, Emotion und musikalischer Entdeckungen.
Meisterkonzert im Max-Joseph Saal bei Kerzenschein
Mozart: Fagottkonzert
Haydn: Symphonie “La chasse”
J. Strauß: “Fledermaus”-Ouvertüre
J. Strauß: “Frühlingsstimmen” - Walzer
J. Strauß: “An der schönen blauen Donau” - Walzer
J. Strauß: “Tritsch-Tratsch”, “Pizzicato” & weitere Schnellpolkas
Kaspar Reh - Fagott & Residenz-Solisten
Wien – Johann Strauß und seine Hommage an Mozart
Wenn in Wien die Musik erklingt, schwingt immer auch der Geist von Wolfgang Amadeus Mozart mit. Für Johann Strauss war Mozart nichts Geringeres als der „Gott der Musik“. Seine Klarheit, seine melodische Eleganz und sein unvergleichlicher Sinn für musikalisches Theater wurden für den Walzerkönig zum künstlerischen Maßstab.
Schon früh zeigt sich Mozarts Genie im Fagottkonzert B-Dur KV 191, dem ersten Konzert, das er für ein Blasinstrument schrieb – mit gerade einmal achtzehn Jahren. Mozart behandelt das Instrument dabei wie eine Opernstimme – voller Witz, virtuoser Beweglichkeit und zugleich von berührender lyrischer Wärme.
Auch Johann Strauß’ eigener Weg in die Musik war alles andere als selbstverständlich. Sein Vater, der berühmte Kapellmeister Johann Strauß, wollte den Sohn keinesfalls als Musiker sehen und schickte ihn auf das Polytechnikum, um eine solide bürgerliche Karriere einzuschlagen. Doch der junge „Schani“ übte heimlich Geige – unterstützt von seiner Mutter. Schon als Kind improvisierte er angeblich seine ersten Walzermelodien.
Mozarts Einfluss begleitete Strauß sein ganzes Leben. Er sammelte die Partituren von Opern wie Die Hochzeit des Figaro, Don Giovanni und Die Zauberflöte und studierte sie bis tief in die Nacht. Sein Bruder Eduard Strauss berichtete später, Johann habe versucht, „das Geheimnis der Mozartischen Klarheit“ zu ergründen – und hinterließ in seinen eigenen Partituren gelegentlich kleine Notizen und Querverweise zu Mozart.
Besonders deutlich wird diese Bewunderung in Strauß’ Bühnenwerken. In der Operette Die Fledermaus etwa zeigt sich ein feines Gespür für Ensembleführung und musikalische Charakterzeichnung – ganz im Geiste Mozarts.
So spannt sich in diesem Konzertabend ein Bogen durch die Wiener Musikgeschichte: von der klassischen Eleganz Mozarts bis zur funkelnden Walzerseligkeit des Strauß. Zwei Meister, verbunden durch jene unverwechselbare Mischung aus Leichtigkeit, Melodie und musikalischem Esprit, die den Klang Wiens bis heute prägt.
Festkonzert bei Kerzenschein
Mozart: Requiem
Mozart: Ouvertüre aus “Don Giovanni”
Residenz-Solisten
Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem d-Moll (KV 626)
Zwischen Genie, Wahn und einem mysteriösen Auftrag
Das Requiem ist Mozarts letztes Werk – und zugleich eines der größten Rätsel der Musikgeschichte. Kaum eine andere Komposition ist so eng mit Legenden verwoben wie diese Totenmesse, an der Wolfgang Amadeus Mozart bis zu seiner letzten Lebensstunde im Dezember 1791 arbeitet.
Der „Graue Bote“ und die dunkle Vorahnung
Die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein Kriminalfall. Eines Tages erscheint bei Mozart ein unbekannter, dunkel gekleideter Bote und bestellt anonym ein Requiem. Mozart ist zu diesem Zeitpunkt bereits gesundheitlich stark geschwächt, und die geheimnisvolle Bestellung beschäftigt ihn zunehmend. Schließlich steigert er sich in die Vorstellung hinein, ein Bote aus dem Jenseits habe ihm die Nachricht seines eigenen Todes überbracht.
„Ich schreibe mir mein eigenes Grablied“, soll er sagen.
Tatsächlich steckt hinter dem geheimnisvollen Auftraggeber jedoch der Verwalter des Grafen Walsegg-Stuppach. Der exzentrische Graf lässt häufig Werke bei Komponisten schreiben, um sie später unter seinem eigenen Namen aufzuführen. Auch das Requiem möchte er erwerben – als angebliche eigene Komposition.
Ein unvollendetes Vermächtnis
Mozart stirbt, während er noch an der Partitur arbeitet. Beim Lacrimosa bricht die Niederschrift ab. Was er hinterlässt, ist ein Fragment: Die Anfangsteile sind vollständig instrumentiert, doch viele spätere Abschnitte existieren nur als Skizzen oder Gesangslinien.
Mozarts Witwe Constanze steht nun vor einem Problem. Um das vereinbarte Honorar zu erhalten, muss das Werk vollendet werden. Sie beauftragt schließlich Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayr, die Partitur fertigzustellen. Süßmayr arbeitet eng mit Mozarts Skizzen und übernimmt teilweise sogar dessen Notenschrift – so überzeugend, dass der Auftraggeber die Ergänzungen akzeptiert.
Klangwelt der Ewigkeit
Musikalisch entfaltet das Requiem eine düstere, feierliche Klangwelt. In der dramatischen Tonart d-Moll entsteht ein Werk von außergewöhnlicher Schönheit und Intensität – ein musikalischer Grenzraum zwischen menschlicher Angst, Gericht und Hoffnung auf Erlösung.
Ouvertüre zu Don Giovanni
Auch die Ouvertüre zur Oper Don Giovanni beginnt in derselben düsteren Tonart d-Moll. Mit gewaltigen, fast dantesken Akkorden fährt die Musik in den Raum – ein unheilvolles Vorzeichen für das spätere Erscheinen des „Steinernen Gastes“. Kurz darauf bricht ein rastloses, fiebriges Allegro los, das die dämonische Energie der Oper spürbar macht.
Die Ouvertüre verdichtet bereits alles, was das Werk auszeichnet: Tragik und Komik, Bedrohung und Lebenslust.
Mozart komponiert sie unter enormem Zeitdruck. Der Überlieferung nach schreibt er die Partitur erst in der Nacht vor der Uraufführung 1787 in Prag. Während er arbeitet, hält ihn seine Frau Constanze mit Geschichten und Punsch wach. Am nächsten Morgen erhalten die Kopisten die frisch geschriebenen Noten – und am Abend muss das Orchester das komplexe Stück praktisch vom Blatt spielen.
Es ist ein typischer Mozart-Moment: Genialität im Wettlauf mit der Zeit.
