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Schloss Schleißheim
Beethoven: Violinkonzert D-Dur
Paganini: “La Campanella”
Mozart: Symphonie Nr.38 „Prager“
Strauß: “Frühlingsstimmen”-Walzer
Simon Zhu - Solovioline & Residenz-Solisten
In der prunkvollen Stille von Schloss Schleißheim senkt sich der Abend wie ein sehnlicher Klangvorhang. Hier betritt Simon Zhu, ein Geiger von heute mit der narrativen Kraft alter Meister, die Bühne. Aus seiner Vita: Es war ein Moment für die Geschichtsbücher: Am 15. Oktober 2024 verwandelte sich die ehrwürdige Londoner Guildhall in eine Bühne für ein Ereignis der Superlative. Zum 120. Jubiläum des London Symphony Orchestra traf musikalische Brillanz auf höchste staatliche Ehre. Im Zentrum des Rampenlichts stand der junge Simon Zhu, doch er war nicht allein. In seinen Händen hielt er eine Legende: die „Il Cannone“. Diese Guarneri del Gesù von 1743 – das „Donnerrohr“, auf dem einst Niccolò Paganini die Welt in Staunen versetzte – verließ für diesen Anlass ihren Tresor in Genua. Dass Simon Zhu dieses italienische Nationalheiligtum spielen durfte, gleicht einem Ritterschlag. Unter dem leidenschaftlichen Dirigat von Sir Antonio Pappano entfesselte Zhu die Seele der „Il Cannone“. Und das vor den Augen eines ganz besonderen Gastes: König Charles III. erschien überraschend, um seinem LSO die Ehre zu erweisen.
Mozarts Symphonie Nr. 38 ist kein bloßes Unterhaltungsstück des 18. Jahrhunderts. Sie markiert den Übergang zum „späten“ Mozart – technisch höchst anspruchsvoll, emotional tiefgründig und formal radikal. Sie ist ein Beweis für die besondere Symbiose zwischen dem Komponisten und seinem Prager Publikum.
Wien ist unterkühlt, aber Prag brennt! Mozart landet 1787 in der Stadt und stellt fest: Er ist ein Superstar. „Mein Figaro wird hier überall gespielt“, schreibt er begeistert. Als Gastgeschenk hat er die Symphonie KV 504 im Koffer. Während seines Prag-Besuchs war Mozart kaum im Hotel. Er war auf so vielen Bällen und Partys eingeladen, dass er zwischendurch kaum zum Komponieren kam. Er sagte: „Hier wird nur von Figaro gesprochen, gespielt, getrallert und gepfiffen.“
Mozart lässt das obligatorische Menuett einfach weg. Keine Lust auf höfisches Getänze? Wahrscheinlicher ist: Die Symphonie ist so dramatisch und kompakt, dass ein gemütlicher Walzer den Flow zerstört hätte.
Drei Sätze pure Energie – Mozarts musikalische Liebeserklärung an eine Stadt, die ihn endlich versteht.
Zum krönenden Abschluss das Beethoven Violinkonzert. Wien, 1806: Mit fünf leisen Paukenschlägen – einem musikalischen Herzschlag – revolutioniert Beethoven das Violinkonzert. Was wie ein Klopfen an der Pforte zur Moderne beginnt, entfaltet sich als gigantisches sinfonisches Drama. Die Violine ist hier kein bloßes Show-Instrument, sondern eine einsame, reine Stimme, die über den Wogen des Orchesters schwebt.
Vom meditativen Gebet des Mittelsatzes bis zum ekstatischen Jagdtanz des Finales fordert Beethoven alles: absolute technische Perfektion und die Tiefe eines Philosophen. Ein Hochseilakt zwischen klassischer Ordnung und romantischer Leidenschaft – bis heute der unerreichte Mount Everest der Geigenliteratur.
Die Uraufführung war ein riskanter Geniestreich: Weil Beethoven die Partitur erst in letzter Sekunde fertigstellte, musste der Solist Franz Clement seinen Part fast ohne Probe vom Blatt spielen. Trotz dieses kuriosen Starts blieb das Werk unerreicht – als der „Mount Everest“ der Musikliteratur, der den Hörer vom ersten Klopfen an in seinen Bann zieht.
Schloss Schleißheim
Mozart: Ouvertüre aus “Die Zauberflöte”
Haydn: Symphonie Nr.104 “Londoner”-Allegro
Beethoven: Symphonie Nr.1 C-Dur
Strauß: „Frühlingsstimmen“ - Walzer
Strauß: „An der schönen blauen Donau”
Strauß: „Fledermaus“-Ouvertüre & Schnellpolkas
Residenz-Solisten
Wir laden Sie ein zu einem musikalischen Abend voller klassischer Meisterwerke und Wiener Klangtradition.
Die Ouvertüre zu Mozarts „Die Zauberflöte“ eröffnet den Abend mit feierlich-dramatischen Motiven, die sofort in die märchenhafte Welt von Prinz Tamino und Papageno entführen. Mozarts geschickte Mischung aus Spannung und Leichtigkeit bereitet den perfekten Auftakt.
Darauf folgt Haydns Symphonie Nr. 104 „Londoner“ im Allegro. Haydns letzte Symphonie, entstanden während seines zweiten Aufenthalts in London, zeigt mit lebhaften Themen und humorvollen Wendungen seine unverwechselbare Meisterschaft der klassischen Form.
Beethovens 1.Symphonie bringt Vitalität, Spannung und kompositorische Raffinesse in den historischen Saal. Schon in diesem Frühwerk spürt man die Energie und den Innovationsgeist des jungen Komponisten: melodische Schönheit trifft auf rhythmische Dramatik, harmonische Wendungen auf orchestrale Kraft. Die Symphonie belebt den Raum, fesselt das Ohr und lässt bereits die spätere Größe Beethovens erahnen.
Weiter geht es mit der Wiener Walzertradition zu. Johann Strauß. Der Walzerkönig der selbst keinen Walzer tanzen konnte, entführt uns zunächst mit seinem Walzer „Frühlingsstimmen“ in die Leichtigkeit des Frühlings. Mit sprühender Lebensfreude und funkelnden Melodien entfaltet sich pure musikalische Eleganz.
Es folgt der weltbekannte Walzer „An der schönen blauen Donau“, dessen majestätische Melodien und fließende Harmonie die Schönheit des Donauufers musikalisch lebendig werden lassen.
Den festlichen Abschluss bildet die Ouvertüre aus Strauss’ Operette „Die Fledermaus“, gefolgt von rasanten Schnellpolkas. Mit Witz, Schwung und überschäumender Energie rundet diese Musik einen Abend voller Klassik und Wiener Lebensfreude perfekt ab.
Schloss Schleißheim
Cimarosa: Doppelkonzert für Flöte & Oboe
Vivaldi: “Der Sommer” aus „Die vier Jahreszeiten
Vivaldi: “La tempesta di mare”
Mendelssohn: Sommernachtstraum-Suite
Mozart: Symphonie „Haffner“
Strauß: „An der schönen blauen Donau”
Michael Kofler - Soloflöte MPhil., Giovanni De Angeli -Oboe & Residenz-Solisten
Das Neue Schloss Schleißheim mit seinem wundervollen barocken Hofgarten ließ Kurfürst Max Emanuel nach dem Vorbild von Versailles – in der Hoffnung die Kaiserwürde zu erlangen – ab 1701 errichten und war jahrhundertelang Sommersitz der bayerischen Herrscherfamilie. Die Schlossanlage zeugt von Macht, Reichtum und Ansehen der Wittelsbacher. Die Residenz-Solisten lassen mit ihren Konzerten im barocken Saal bekannte Meisterwerke in würdigem Ambiente neu erleben.
Schloss Schleißheim
Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“ - gesamt
Boccherini: „Fandango“ & „Madrid“ für Gitarre & Streicher
Albeniz: „Asturias“ und weitere berühmte spanische Kompositionen für Gitarre
Mon-Fu Lee - Violine, Leonard Becker -Gitarre & Residenz-Solisten
Spanisch-Italienische Nacht – Ein musikalischer Abend voller Sonne und Leidenschaft
Beginnen wir im barocken Venedig, wo der „rote Priester“ Antonio Vivaldi mit seinen „Vier Jahreszeiten“ Musikgeschichte schrieb. Er war ein Meister darin, die Natur ohne ein einziges Wort sprechen zu lassen. Er war ein Virtuose, der die Grenzen der Violine ausreizte. Die „Vier Jahreszeiten“ sind mehr als nur eine Melodie; es ist ein immersives Erlebnis, das die Erneuerung der Natur direkt in den Konzertsaal bringt.
Isaac Albéniz:„Asturias“Obwohl der Titel „Asturias“ den grünen Norden Spaniens suggeriert, atmet dieses Stück jede Faser des andalusischen Südens. Ursprünglich 1892 für Klavier komponiert, wurde es durch die Transkription für Gitarre – ein Instrument, für das Albéniz oft „auf den Leib“ schrieb – zu einer Ikone der spanischen Musik. Albéniz nannte es ursprünglich schlicht „Leyenda“ (Legende) – ein passender Name für ein Werk, das heute zu den weltweit bekanntesten Melodien der klassischen Musik zählt.
Luigi Boccherinis heimliches Meisterwerk: „La Musica Notturna delle Strade di Madrid“ Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an einem offenen Fenster in einer lauen Sommernacht des Jahres 1780. Draußen, in den verwinkelten Gassen Madrids, erwacht ein ganz eigenes Leben. Luigi Boccherini, der italienische Virtuose im spanischen Exil, fängt diese flüchtigen Momente in seinem Streichquintett Op. 30 Nr. 6 ein – ein Werk so exklusiv, dass er glaubte, niemand außerhalb Spaniens könne seinen Zauber wirklich verstehen. Dieses Stück ist mehr als Kammermusik; es ist ein akustisches Gemälde, das die Grenze zwischen Konzertsaal und Straße auflöst. Tauchen Sie ein in eine Welt aus Schatten, Licht und dem unbändigen Rhythmus des alten Spaniens.
Sein berühmter „Fandango“ ist dabei eine regelrechte Provokation des Hofetiketts: Er brachte den leidenschaftlichen, fast schon verführerischen Volkstanz der Straße in die Kammermusik und krönte ihn oft mit dem klappernden Rhythmus echter Kastagnetten.
Schloss Schleißheim
Vivaldi: Konzert für Piccoloflöte „Distelfink“
Vivaldi: Flötenkonzert „La tempesta di mare“
Vivaldi: Konzert für Piccoloflöte C-Dur
Mozart: Ouvertüre aus “Die Zauberflöte”
Mozart: Symphonie Nr. 38, “Pager”
Gershwin: „Summertime“
Janine Schöllhorn -Flöte & Residenz-Solisten
Dieses Programm ist eine Liebeserklärung an die Leichtigkeit und die virtuose Imitation der Natur – von barocken Vögeln bis zur flirrenden Hitze des Jazz.
Die Reise beginnt mit Vivaldi, der die Flöte wie kein Zweiter als „Naturschauspiel“ inszenierte. In seinem Konzert „Il Gardellino“ (Der Distelfink) lässt er das Instrument so täuschend echt zwitschern, trillern und schlagen, dass man den kleinen Singvogel förmlich vor sich sieht. Kontrastreich folgt „La tempesta di mare“, wo die Flöte nicht mehr singt, sondern durch die aufgewühlte See peitscht und den Kampf gegen die Wellen hörbar macht. Das Piccolo-Konzert in C-Dur setzt dem Ganzen die Krone auf: Es gilt als eines der virtuosesten Werke der Barockzeit, in dem die winzige Flöte in schwindelerregenden Höhen artistische Kapriolen schlägt.
Vivaldi komponierte viele dieser Werke für seine hochbegabten Schülerinnen am Ospedale della Pietà in Venedig. Die Mädchen spielten hinter einem Vorhang auf der Empore, dass niemand sie sehen konnte.
Den Übergang zur Klassik bildet Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“. Sie ist weit mehr als nur ein Vorspiel; sie ist ein architektonisches Meisterwerk. Drei markante Akkorde eröffnen das Stück – ein Symbol für die Freimaurerei, der Mozart angehörte. Danach entfaltet sich eine rasante Fuge, die die Heiterkeit Papagenos und die Ernsthaftigkeit Taminos brillant verwebt.
Mozarts Symphonie Nr. 38 ist kein bloßes Unterhaltungsstück des 18. Jahrhunderts. Sie markiert den Übergang zum „späten“ Mozart – technisch höchst anspruchsvoll, emotional tiefgründig und formal radikal. Sie ist ein Beweis für die besondere Symbiose zwischen dem Komponisten und seinem Prager Publikum.
Wien ist unterkühlt, aber Prag brennt! Mozart landet 1787 in der Stadt und stellt fest: Er ist ein Superstar. „Mein Figaro wird hier überall gespielt“, schreibt er begeistert. Als Gastgeschenk hat er die Symphonie KV 504 im Koffer. Während seines Prag-Besuchs war Mozart kaum im Hotel. Er war auf so vielen Bällen und Partys eingeladen, dass er zwischendurch kaum zum Komponieren kam. Er sagte: „Hier wird nur von Figaro gesprochen, gespielt, getrallert und gepfiffen.“
Mozart lässt das obligatorische Menuett einfach weg. Keine Lust auf höfisches Getänze? Wahrscheinlicher ist: Die Symphonie ist so dramatisch und kompakt, dass ein gemütlicher Walzer den Flow zerstört hätte.
Drei Sätze pure Energie – Mozarts musikalische Liebeserklärung an eine Stadt, die ihn endlich versteht.
Zum Abschluss gleiten wir in die Moderne zu Gershwins „Summertime“. Wenn die ersten Takte von „Summertime“ erklingen, scheint die Zeit für einen Moment stillzustehen. Man meint, das ferne Zirpen der Grillen zu hören und die schwüle, drückende Hitze von South Carolina auf der Haut zu spüren. George Gershwin gelang 1935 mit diesem Wiegenlied weit mehr als nur eine Eröffnungsarie für seine Oper Porgy and Bess – er schuf ein musikalisches Gemälde.
Schloss Schleißheim
Mozart: Symphonie A-Dur KV201
Mendelssohn: „Sommernachtstraum“ - Suite
Bruch: Violinkonzert G-Moll
Bellini: Oboenkonzert
Mon-Fu Lee - Violine & Residenz-Solisten
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie A-Dur KV 201
Mit der A-Dur-Sinfonie tritt Wolfgang Amadeus Mozart im Jahr 1774 hörbar aus dem Schatten des bloß Dekorativen. Kein triumphaler Akkord eröffnet das Werk, sondern ein leiser Oktavsprung in den Streichern – ein tastender Beginn, der sich wellenartig steigert und bald den ganzen Klangraum erhellt. Diese Musik spricht nicht laut, um sich zu behaupten; sie überzeugt durch innere Spannung. Zwischen kammermusikalischer Transparenz und sinfonischem Elan entsteht eine Balance, die erstaunlich reif wirkt für einen Achtzehnjährigen. Die Heiterkeit, die über dem Werk liegt, ist von fast mediterraner Helligkeit, doch sie bleibt nie oberflächlich. In der dichten motivischen Arbeit, im selbstverständlichen Umgang mit Form und Proportion kündigt sich bereits jener Meister an, der die Wiener Klassik prägen wird.
Felix Mendelssohn Bartholdy: „Sommernachtstraum“-Suite
Ein Flirren liegt in der Luft. Mendelssohns „Sommernachtstraum“ führt mitten hinein in eine Welt aus Elfen und nächtlicher Verzauberung.
Die Musik atmet Leichtigkeit, doch sie verliert nie ihre Form. Federnde Rhythmen halten das Geschehen in Bewegung, als tanzten unsichtbare Wesen durch den Klangraum, Esel schreien zwischendurch im Märchenwald. Und immer bleibt da ein Hauch romantischer Ironie – als wisse diese Musik, dass jeder Traum zerbrechlich ist. Man lauscht und spürt: Das ist keine naive Märchenwelt. Es ist ein Traum, der sich seiner selbst bewusst ist, der im Morgengrauen bereits ahnt, dass er sich auflösen wird – und gerade darin seine Poesie findet.
Max Bruch: Violinkonzert G-Moll
Es beginnt nicht mit demonstrativer Virtuosität, sondern mit einem Fragen. Das Orchester öffnet einen dunklen Raum, und die Violine tritt ein wie eine singende Stimme. Der erste Satz wirkt wie ein Vorspiel, tastend, dramatisch gespannt – und ohne Zäsur fließt alles weiter ins Adagio. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Die Violine singt, weit ausschwingend, innig, beinahe schmerzhaft schön. Es ist eine jener Melodien, die nicht beeindrucken wollen und gerade deshalb überwältigen. Doch das Finale duldet kein Verweilen. Rhythmische Energie bricht auf, ein feuriger Tanz entfacht sich, voller technischer Raffinesse und mitreißender Bewegung. Die Spätromantik zeigt ihr leidenschaftlichstes Gesicht – glühend, kraftvoll, ungebremst.
Auch Vincenzo Bellini denkt im Oboenkonzert vom Gesang her. Obwohl er die Opernbühne beherrscht, gestaltet er dieses Jugendwerk wie eine Szene ohne Worte. Die Oboe tritt auf wie eine Primadonna, entfaltet in langen Kantilenen eine lyrische Arie, die ganz dem Geist des Belcanto verpflichtet ist. Die Streicher begleiten mit eleganter Zurückhaltung, gibt Raum zum Atmen. Im Finale jedoch gewinnt die Musik an tänzerischer Leichtigkeit; die Solostimme zeigt ihre Wendigkeit, ohne je ihre kantable Linie zu verlieren. So bleibt das Konzert ein charmantes, melodienreiches Bekenntnis zur italienischen Schule – und ein klingender Beweis dafür, dass selbst im Instrumentalen der Gesang nie verstummt.
Schloss Schleißheim
Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“ - gesamt
Boccherini: „Fandango“ & „Madrid“ für Gitarre & Streicher
Albeniz: „Asturias“ und weitere berühmte spanische Kompositionen für Gitarre
Mon-Fu Lee - Violine & Residenz-Solisten
Beginnen wir im barocken Venedig, wo der „rote Priester“ Antonio Vivaldi mit seinen „Vier Jahreszeiten“ Musikgeschichte schrieb. Er war ein Meister darin, die Natur ohne ein einziges Wort sprechen zu lassen. Er war ein Virtuose, der die Grenzen der Violine ausreizte. Die „Vier Jahreszeiten“ sind mehr als nur eine Melodie; es ist ein immersives Erlebnis, das die Erneuerung der Natur direkt in den Konzertsaal bringt.
Isaac Albéniz:„Asturias“Obwohl der Titel „Asturias“ den grünen Norden Spaniens suggeriert, atmet dieses Stück jede Faser des andalusischen Südens. Ursprünglich 1892 für Klavier komponiert, wurde es durch die Transkription für Gitarre – ein Instrument, für das Albéniz oft „auf den Leib“ schrieb – zu einer Ikone der spanischen Musik. Albéniz nannte es ursprünglich schlicht „Leyenda“ (Legende) – ein passender Name für ein Werk, das heute zu den weltweit bekanntesten Melodien der klassischen Musik zählt.
Luigi Boccherinis heimliches Meisterwerk: „La Musica Notturna delle Strade di Madrid“ Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an einem offenen Fenster in einer lauen Sommernacht des Jahres 1780. Draußen, in den verwinkelten Gassen Madrids, erwacht ein ganz eigenes Leben. Luigi Boccherini, der italienische Virtuose im spanischen Exil, fängt diese flüchtigen Momente in seinem Streichquintett Op. 30 Nr. 6 ein – ein Werk so exklusiv, dass er glaubte, niemand außerhalb Spaniens könne seinen Zauber wirklich verstehen. Dieses Stück ist mehr als Kammermusik; es ist ein akustisches Gemälde, das die Grenze zwischen Konzertsaal und Straße auflöst. Tauchen Sie ein in eine Welt aus Schatten, Licht und dem unbändigen Rhythmus des alten Spaniens.
Sein berühmter „Fandango“ ist dabei eine regelrechte Provokation des Hofetiketts: Er brachte den leidenschaftlichen, fast schon verführerischen Volkstanz der Straße in die Kammermusik und krönte ihn oft mit dem klappernden Rhythmus echter Kastagnetten.
I
Schloss Schleißheim
Vivaldi: Konzert für Piccoloflöte „Distelfink“
Vivaldi: Flötenkonzert „La tempesta di mare“
Vivaldi: Konzert für Piccoloflöte C-Dur
Vivaldi: „Der Frühling“ & „Der Sommer” aus „Die Vier Jahreszeiten“
Mozart: Ouvertüre aus “Die Zauberflöte”
Mendelssohn: „Sommernachtstraum“-Suite
Gershwin: „Summertime“
Janine Schöllhorn -Flöte, Mon-Fu Lee - Violine & Residenz-Solisten
In den stillen Sälen des Ospedale della Pietà für Waisenmädchen in Venedig entsteht eine Musik, die hinauswill in die Welt. Antonio Vivaldi schreibt seine Flöten- und Piccolokonzerte für die hochbegabten Mädchen des Instituts – junge Musikerinnen, deren Virtuosität ihm als Experimentierfeld dient. Im Piccolokonzert „Il Cardellino“ hebt das kleine Instrument an wie ein lebendiges Wesen: Es zwitschert, flattert, schwingt sich in Triller und Girlanden, als säße ein Distelfink mitten im Orchester. Vivaldi denkt Natur nicht als Dekoration, sondern als Klangereignis.
Im Flötenkonzert „La tempesta di mare“ gerät die Natur aus dem Idyllischen ins Elementare. Läufe schnellen durch die Register, Klangkaskaden türmen sich wie Wellenkämme, die Streicher beben unter der imaginären Windlast. Hier malt niemand ein Seestück – hier tobt es wirklich. Und im Piccolokonzert wird das kleine Instrument selbst zur Sensation: extreme Höhen, atemberaubende Geschwindigkeit, ein Spiel an der Grenze des Möglichen. Virtuosität ist hier kein Selbstzweck, sondern Ausdruck überschäumender Energie.
Mit den „Vier Jahreszeiten“ weitet sich der Blick ins Zyklische. Im „Frühling“ („La Primavera“) klingt das Erwachen der Natur: Vogelgesang durchzieht die Violinen, Quellen murmeln in sanften Figuren. Vivaldi veröffentlicht erklärende Sonette zu seinen Konzerten und verankert die Musik fest im Bildhaften – im zweiten Satz bewacht eine Bratsche mit gleichbleibendem Rhythmus den schlafenden Hirten, als belle ein Hund in der Ferne. Der „Sommer“ („L’Estate“) dagegen lastet schwer. Hitze flimmert in zähen Harmonien, Müdigkeit breitet sich aus, bis das Finale in ein Gewitter mündet: Blitze zucken, Donner rollt, die Natur entlädt sich mit dramatischer Wucht.
Ein anderes Tor öffnet sich mit der Ouvertüre zu „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Drei feierliche Akkorde stehen wie Säulen im Raum – ernst, symbolisch, von freimaurerischer Gravität. Doch sogleich gerät alles in Bewegung: Ein quirliges Fugato entfaltet sich, geistreich, lebendig, voller theatralischer Spannung. Mozart schreibt diese Ouvertüre unter enormem Zeitdruck; man erzählt, die Notenblätter seien bei der Uraufführung 1791 noch feucht von der Tinte gewesen. Vielleicht ist es genau dieses Risiko des Augenblicks, das man in jeder Wendung spürt.
Der Abschluss bildet „Summertime“– jene schwebende Melodie aus „Porgy and Bess“ von George Gershwin. Sie klingt nach Tradition, nach Spiritual, nach überliefertem Liedgut. Doch sie ist vollständig neu geschaffen. Gershwin komponiert Authentizität, er erfindet eine musikalische Erinnerung. Vielleicht liegt darin das Geheimnis dieses Liedes: Es wirkt, als sei es schon immer da gewesen, als müsse man es nur wiedererkennen.
So entfaltet sich ein Konzertabend, der Natur und Theater, barocke Klanglust, klassisches Symbol und romantische Traumwelt miteinander verknüpft
Schloss Schleißheim
Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“
Mozart: Serenade „Eine kleine Nachtmusik“
Rossini: Streicherserenade C-Dur & „Arie des Figaro“
Brahms: Ungarischer Tanz Nr.6
Simon Zhu - Violine * & Residenz-Solisten
*1.Preis beim Premio Paganini Genua 2023
Ein sommerliches Festkonzert auf Schloss Schleißheim: Die Abendluft steht mild über den barocken Fassaden, der Himmel spannt sich weit über das Gartenparterre, und noch bevor der erste Ton erklingt, scheint die Szenerie selbst bereits Musik zu atmen. In dieser heiteren Kulisse beginnen Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“
Als Vivaldi die Konzerte 1725 veröffentlicht, entwirft er mehr als gefällige Barockmusik. Er schafft ein klingendes Theater der Natur. Im „Frühling“ zwitschern die Violinen wie aufgeregte Vögel, Quellen murmeln in geschwungenen Linien, alles scheint zu blühen. Doch die Idylle ist nicht ungetrübt: Ein kurzes Gewitter fährt dazwischen, Tremoli zucken wie Blitze durch das Orchester. Im zweiten Satz ruht der Hirte, von der Solovioline träumerisch gezeichnet, während die Bratsche mit trockenen, wiederholten Tönen den „bellenden Hund“ gibt – ein liebevoll notierter Einfall, der das Bild mit augenzwinkernder Genauigkeit schärft.
Der „Sommer“ legt sich schwer auf die Schultern. In den beigelegten Sonetten erklärt Vivaldi, was geschieht: Der Kuckuck ruft, die Turteltaube antwortet, ein Windhauch regt sich. Doch unter der Oberfläche wächst die Spannung. Schließlich bricht das Gewitter los, entfesselt und dramatisch, als entlade sich der Himmel selbst über dem Schlosspark.
Im „Herbst“ wird die Ernte gefeiert. Tanzrhythmen stampfen, der Wein fließt in Strömen, die Geigen lachen. Ausgelassenheit und der gute Wein bringt die Bauern in den Schlaf. Man hört bei der Treibjagd die Schüssen der Jäger während das flüchtende Wild musikalisch durch schnelle Läufe der Solovioline charakterisiert wird.
Der „Winter“ schließlich schneidet scharf durch die sommerliche Abendwärme dieses Konzerts. Die Streicher lassen die Zähne klappern, schnelle Repetitionen frieren die Luft ein. Schritte knirschen im Eis, Schlittschuhläufer gleiten – und stürzen. Doch auch hier liegt Schönheit im Frost, eine klare, funkelnde Transparenz.
Ein Szenenwechsel: Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ hebt an wie geschaffen für eine solche Freiluftnacht. Vielleicht einst als Auftragswerk für eine sommerliche Gesellschaft gedacht, klingt sie heute wie der Inbegriff klassischer Heiterkeit. Die Themen sind lichtdurchflutet, die Eleganz scheint mühelos. Dass ein Satz der Serenade verloren ist, macht sie zu einem Fragment – doch zu einem, das vollendet wirkt.
Mit Gioachino Rossini zieht italienisches Temperament ein. Seine Streichersonate sprüht vor Energie, und die er schrieb, als in der „Arie des Figaro“ aus dem „Barbier von Sevilla“ wirbelt die Musik in atemlosem Tempo dahin. Witz, Virtuosität und überschäumende Lebensfreude verbinden sich zu einem musikalischen Feuerwerk, das selbst die Schlossmauern zum Schwingen bringt.
So entfaltet sich an diesem Sommerabend auf Schloss Schleißheim ein Panorama der Jahreszeiten und Stimmungen, der Naturbilder und Theatergesten.
Schloss Schleißheim
Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“
Mozart: Serenade „Eine kleine Nachtmusik“
Rossini: Streicherserenade C-Dur & „Arie des Figaro“
Brahms: Ungarischer Tanz Nr.6
Simon Zhu - Violine * & Residenz-Solisten
*1.Preis beim Premio Paganini Genua
Ein sommerliches Festkonzert auf Schloss Schleißheim: Die Abendluft steht mild über den barocken Fassaden, der Himmel spannt sich weit über das Gartenparterre, und noch bevor der erste Ton erklingt, scheint die Szenerie selbst bereits Musik zu atmen. In dieser heiteren Kulisse beginnen Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“
Als Vivaldi die Konzerte 1725 veröffentlicht, entwirft er mehr als gefällige Barockmusik. Er schafft ein klingendes Theater der Natur. Im „Frühling“ zwitschern die Violinen wie aufgeregte Vögel, Quellen murmeln in geschwungenen Linien, alles scheint zu blühen. Doch die Idylle ist nicht ungetrübt: Ein kurzes Gewitter fährt dazwischen, Tremoli zucken wie Blitze durch das Orchester. Im zweiten Satz ruht der Hirte, von der Solovioline träumerisch gezeichnet, während die Bratsche mit trockenen, wiederholten Tönen den „bellenden Hund“ gibt – ein liebevoll notierter Einfall, der das Bild mit augenzwinkernder Genauigkeit schärft.
Der „Sommer“ legt sich schwer auf die Schultern. In den beigelegten Sonetten erklärt Vivaldi, was geschieht: Der Kuckuck ruft, die Turteltaube antwortet, ein Windhauch regt sich. Doch unter der Oberfläche wächst die Spannung. Schließlich bricht das Gewitter los, entfesselt und dramatisch, als entlade sich der Himmel selbst über dem Schlosspark.
Im „Herbst“ wird die Ernte gefeiert. Tanzrhythmen stampfen, der Wein fließt in Strömen, die Geigen lachen. Ausgelassenheit und der gute Wein bringt die Bauern in den Schlaf. Man hört bei der Treibjagd die Schüssen der Jäger während das flüchtende Wild musikalisch durch schnelle Läufe der Solovioline charakterisiert wird.
Der „Winter“ schließlich schneidet scharf durch die sommerliche Abendwärme dieses Konzerts. Die Streicher lassen die Zähne klappern, schnelle Repetitionen frieren die Luft ein. Schritte knirschen im Eis, Schlittschuhläufer gleiten – und stürzen. Doch auch hier liegt Schönheit im Frost, eine klare, funkelnde Transparenz.
Ein Szenenwechsel: Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ hebt an wie geschaffen für eine solche Freiluftnacht. Vielleicht einst als Auftragswerk für eine sommerliche Gesellschaft gedacht, klingt sie heute wie der Inbegriff klassischer Heiterkeit. Die Themen sind lichtdurchflutet, die Eleganz scheint mühelos. Dass ein Satz der Serenade verloren ist, macht sie zu einem Fragment – doch zu einem, das vollendet wirkt.
Mit Gioachino Rossini zieht italienisches Temperament ein. Seine Streichersonate sprüht vor Energie, und die er schrieb, als in der „Arie des Figaro“ aus dem „Barbier von Sevilla“ wirbelt die Musik in atemlosem Tempo dahin. Witz, Virtuosität und überschäumende Lebensfreude verbinden sich zu einem musikalischen Feuerwerk, das selbst die Schlossmauern zum Schwingen bringt.
So entfaltet sich an diesem Sommerabend auf Schloss Schleißheim ein Panorama der Jahreszeiten und Stimmungen, der Naturbilder und Theatergesten.
