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Allerheiligen-Hofkirche der Residenz
Mozart: Requiem
Mozart: Ouvertüre aus “Don Giovanni”
Residenz-Solisten
Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem d-Moll (KV 626)
Zwischen Genie, Wahn und einem mysteriösen Auftrag
Das Requiem ist Mozarts letztes Werk – und zugleich eines der größten Rätsel der Musikgeschichte. Kaum eine andere Komposition ist so eng mit Legenden verwoben wie diese Totenmesse, an der Wolfgang Amadeus Mozart bis zu seiner letzten Lebensstunde im Dezember 1791 arbeitet.
Der „Graue Bote“ und die dunkle Vorahnung
Die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein Kriminalfall. Eines Tages erscheint bei Mozart ein unbekannter, dunkel gekleideter Bote und bestellt anonym ein Requiem. Mozart ist zu diesem Zeitpunkt bereits gesundheitlich stark geschwächt, und die geheimnisvolle Bestellung beschäftigt ihn zunehmend. Schließlich steigert er sich in die Vorstellung hinein, ein Bote aus dem Jenseits habe ihm die Nachricht seines eigenen Todes überbracht.
„Ich schreibe mir mein eigenes Grablied“, soll er sagen.
Tatsächlich steckt hinter dem geheimnisvollen Auftraggeber jedoch der Verwalter des Grafen Walsegg-Stuppach. Der exzentrische Graf lässt häufig Werke bei Komponisten schreiben, um sie später unter seinem eigenen Namen aufzuführen. Auch das Requiem möchte er erwerben – als angebliche eigene Komposition.
Ein unvollendetes Vermächtnis
Mozart stirbt, während er noch an der Partitur arbeitet. Beim Lacrimosa bricht die Niederschrift ab. Was er hinterlässt, ist ein Fragment: Die Anfangsteile sind vollständig instrumentiert, doch viele spätere Abschnitte existieren nur als Skizzen oder Gesangslinien.
Mozarts Witwe Constanze steht nun vor einem Problem. Um das vereinbarte Honorar zu erhalten, muss das Werk vollendet werden. Sie beauftragt schließlich Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayr, die Partitur fertigzustellen. Süßmayr arbeitet eng mit Mozarts Skizzen und übernimmt teilweise sogar dessen Notenschrift – so überzeugend, dass der Auftraggeber die Ergänzungen akzeptiert.
Klangwelt der Ewigkeit
Musikalisch entfaltet das Requiem eine düstere, feierliche Klangwelt. In der dramatischen Tonart d-Moll entsteht ein Werk von außergewöhnlicher Schönheit und Intensität – ein musikalischer Grenzraum zwischen menschlicher Angst, Gericht und Hoffnung auf Erlösung.
Ouvertüre zu Don Giovanni
Auch die Ouvertüre zur Oper Don Giovanni beginnt in derselben düsteren Tonart d-Moll. Mit gewaltigen, fast dantesken Akkorden fährt die Musik in den Raum – ein unheilvolles Vorzeichen für das spätere Erscheinen des „Steinernen Gastes“. Kurz darauf bricht ein rastloses, fiebriges Allegro los, das die dämonische Energie der Oper spürbar macht.
Die Ouvertüre verdichtet bereits alles, was das Werk auszeichnet: Tragik und Komik, Bedrohung und Lebenslust.
Mozart komponiert sie unter enormem Zeitdruck. Der Überlieferung nach schreibt er die Partitur erst in der Nacht vor der Uraufführung 1787 in Prag. Während er arbeitet, hält ihn seine Frau Constanze mit Geschichten und Punsch wach. Am nächsten Morgen erhalten die Kopisten die frisch geschriebenen Noten – und am Abend muss das Orchester das komplexe Stück praktisch vom Blatt spielen.
Es ist ein typischer Mozart-Moment: Genialität im Wettlauf mit der Zeit.
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz
Fünf Klavierkonzerte
J.S.Bach: Klavierkonzert Nr.1 D-Moll BWV 1052
J.S.Bach: Klavierkonzert Nr.2 E-Dur BWV 1053
J.S.Bach: Klavierkonzert Nr.3 D-Dur BWV 1054
J.S.Bach: Klavierkonzert Nr.4 A-Dur BWV 1055
J.S.Bach: Klavierkonzert Nr.5 F-Moll BWV 1056
Collins Tanujaya, Dongqi Zhang, Naoe Sasaki, Carles Diaz Morros, Rezi Marshania - Klavier & Residenz-Solisten
Die Allerheiligen Hofkirche erstrahlt im warmen Schein von Kerzen und öffnet ihren Saal für ein außergewöhnliches musikalisches Erlebnis: die fünf großen Bach Klavierkonzerte, meisterhaft interpretiert von Collins Tanujaya, Dongqi Zhang, Naoe Sasaki, Carles Díaz Morros und Rezi Marshania, begleitet von den Residenz Solisten.
Das Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll, BWV 1052, von Johann Sebastian Bach gilt als eines der kraftvollsten und technisch anspruchsvollsten Werke der Barockmusik. Ursprünglich vermutlich als Violinkonzert konzipiert, besticht es durch seine dramatische Energie und fast schon moderne Virtuosität.
Im Vergleich zum eher herben 1. Klavierkonzert wirkt das Klavierkonzert Nr. 2 in E-Dur, BWV 1053 deutlich heller, pastoraler und gelöster und ist ein Paradebeispiel für Bachs meisterhafte Technik der Parodie. Es hat einen leuchtenden, tänzerischen Charakter mit federnden Rhythmen und eleganten Melodien der die Sinne erfrischt.
Majestätisch und strahlend erklingt das Klavierkonzert Nr. 3 in D-Dur (BWV 1054) von Johann Sebastian Bach ist eine Transkription seines berühmten Violinkonzerts in E-Dur (BWV 1042). Bach erstellte diese Fassung vermutlich zwischen 1738 und 1739 für die Konzerte des Collegium Musicum in Leipzig, wo er selbst den Solopart am Cembalo übernahm dessen prächtige Harmonien und dynamische Wechsel den Raum mit Energie erfüllen.
Das elegante Klavierkonzert Nr. 4 in A-Dur, BWV 1055 von Johann Sebastian Bach ist eines seiner strahlendsten und lebhaftesten Werke für Tasteninstrument. Es besticht durch subtile Kontrapunkte und funkelnde Klavierpassagen, die die Streicher kunstvoll ergänzen.
Den krönenden Abschluss bildet das innig-expressive Klavierkonzert Nr. 5 in F-Moll, BWV 1056, dessen leidenschaftliche Dramatik und poetische Zartheit noch lange nachklingen.
In der intimen Atmosphäre des Kerzenscheins verschmelzen Musik, Licht und historische Architektur zu einem unvergesslichen Erlebnis. Jeder Ton wird zur Kostbarkeit, jede Phrase zur Einladung, Bachs Klangwelt mit allen Sinnen zu genießen.
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz
Beethoven: Symphonie Nr.9
Vivaldi: “Die vier Jahreszeiten”: “Herbst” und “Winter”
Residenz-Solisten
Wenn die ersten, geheimnisvoll vibrierenden Töne aus dem Nichts aufsteigen, wirkt es, als würde sich das Universum selbst sammeln. Aus einem flirrenden Klangnebel formt sich langsam Gestalt – und dann steht sie da: die monumentale 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven. Ein Werk wie ein Gebirge – schroff, strahlend, menschlich.
Scherzo: Plötzlich: Rhythmus! Scharf akzentuiert, mitreißend, fast trotzig. Das Scherzo pulsiert mit unerbittlicher Energie, als würde das Leben selbst im Takt stampfen. Das Ensemble wirbelt in atemberaubender Präzision. Hier öffnet sich der Himmel.
Im 3.Satz entsteht ein weiter, singender Klangraum – innig, getragen, von berührender Zartheit.
Im Finale geschieht dann das Unerhörte. Beethoven sucht – tastet Fragmente der vorigen Sätze an, verwirft sie. Schließlich erklingt sie leise, schlicht, beinahe volksliedhaft: die Melodie der „Ode an die Freude“. Aus dem Bassregister wächst sie empor, gewinnt Kraft, wird zum Triumph und Beethoven sprengt damit die Grenzen der Symphonie. Friedrich Schillers Vision von Brüderlichkeit wird Klang: „Freude, schöner Götterfunken“.
Was hier erklingt, ist mehr als Musik – es ist ein Aufruf zu Freiheit, Brüderlichkeit und Hoffnung.
Die Neunte endet nicht leise. Sie endet wie ein Sonnenaufgang in gleißendem D-Dur – überwältigend, jubelnd, als hätte Beethoven der Welt selbst ein Versprechen abgerungen.
Ein Jahrhundert zuvor hatte bereits Antonio Vivaldi mit seinem Zyklus „Die vier Jahreszeiten“ bewiesen, wie bildhaft Musik sein kann, auch wenn er sich dabei eher der Natur als der Philosophie widmete. Im „Herbst“ lässt der „rote Priester“ die Geigen erst zum Tanz aufspielen, bevor er die Erschöpfung der Zecher nach der Weinlese durch sanfte, fast schwebende Melodien imitiert – ein musikalischer Rausch, der in einen tiefen Schlaf mündet. Der „Winter“ hingegen lässt die Hörer frösteln: Durch scharfes Stakkato und tremolierende Streicher wird das Zähneklappern in der Kälte täuschend echt nachgeahmt, während das berühmte Largo die wohlige Wärme in einer beheizten Stube beschreibt, während draußen der Regen leise gegen die Fenster klopft. Vivaldi war so von der erzählerischen Kraft seiner Musik überzeugt, dass er die Partituren mit erklärenden Gedichten versah, damit jeder Musiker genau wusste, ob er gerade einen jagenden Hund oder einen auf dem Eis ausrutschenden Wanderer darzustellen hatte.
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz
Corelli: Weihnachtskonzert
Mozart: Konzert für Flöte und Harfe – Allegro
Borne: „Carmen Fantasy“ für Flöte
Smetana: „Die Moldau“
Tschaikowski: Highlights aus „Nussknacker“ & „Schwanensee“
Offenbach: Can-Can & Barcarole
J.Strauß: Walzer “An der schönen blauen Donau”
Janine Schöllhorn - Flöte, Emilie Jaulmes – Harfe & Residenz Solisten
Den Auftakt in die Welt des Barock macht Arcangelo Corelli mit seinem berühmten Weihnachtskonzert. Geschrieben „für die Nacht der Geburt Christi“, verströmt es eine feierliche Ruhe. Das Besondere ist das Finale, eine Pastorale, die mit ihren wiegenden Rhythmen an die Hirten auf dem Feld erinnert. Einen spannenden Kontrast dazu liefert Antonio Vivaldi mit seinem Flötenkonzert „La notte“ (Die Nacht). Hier erleben wir keine stille Nacht, sondern eine voller Geister und Träume. Vivaldi nutzt die Flöte meisterhaft, um flatternde Schatten und nächtliche Unruhe musikalisch darzustellen – ein frühes Beispiel für Programmmusik.
Mit Mozart kehrt klassische Ausgewogenheit ein. Sein Konzert für Flöte und Harfe (oft als Bearbeitung des Doppelkonzerts für Flöte und Oboe gespielt) ist ein Musterbeispiel an Eleganz. Die Harfe verleiht dem Werk einen silbrigen Glanz, der die virtuosen Linien der Flöte perfekt umspielt. Eine ganz andere Art der Virtuosität begegnet uns bei François Borne. Seine „Carmen Fantasy“ ist ein wahres Feuerwerk für die Flöte. Er nimmt die leidenschaftlichen Themen aus Bizets Oper „Carmen“ und verwandelt sie in eine hochvirtuose Showeinlage, die dem Solisten alles abverlangt – von der schicksalhaften Motivik über die verführerische Habanera bis hin zum feurigen Zigeunertanz und dem stolzen Marsch der Toreros.
Die Kraft des Orchesters entfaltet sich vollends in Bedřich Smetanas „Die Moldau“. Wir begleiten den Fluss von seinen zwei kleinen Quellen – dargestellt durch zwei flirrende Flöten – bis hin zur majestätischen Strömung durch Prag. Smetana gelang es hier, die Seele seiner böhmischen Heimat in Töne zu fassen, wobei das Hauptthema eigentlich auf einem alten schwedischen Volkslied basiert, das er während seines Aufenthalts in Göteborg kennenlernte.
Einen märchenhaften Glanzpunkt setzen die Highlights aus den Balletten von Peter Tschaikowski. Ob der majestätische Einzug des Schwanenritters in „Schwanensee“ oder die zauberhaften Charaktertänze aus dem „Nussknacker“ Tschaikowski war der unangefochtene Magier der Melodie. Den mitreißenden Schlusspunkt setzt schließlich Jacques Offenbach. Während die Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ uns noch sanft in einer venezianischen Gondel wiegt, reißt uns der berühmte Can-Can aus „Orpheus in der Unterwelt“ unaufhaltsam von den Sitzen. Ursprünglich als Satire auf die Pariser Gesellschaft gedacht, wurde dieser wilde Tanz zum Inbegriff französischer Lebensfreude.
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz
Programm folgt
Die Allerheiligen Hofkirche der Residenz bietet mit seiner geschichtsträchtigen Kulisse ein perfektes Ambiente für Konzerte mit den Residenz- Solisten. Im zweiten Weltkrieg wurde die ehemals reich ausgestatte Kirche fast vollständig zerstört und als Erinnerung in seinem heutigen Zustand wieder errichtet. Die Residenz-Solisten spielen hier ausgewählte Meisterwerke in einem wunderbaren Ambietente.
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz
Programm folgt
Die Allerheiligen Hofkirche der Residenz bietet mit seiner geschichtsträchtigen Kulisse ein perfektes Ambiente für Konzerte mit den Residenz- Solisten. Im zweiten Weltkrieg wurde die ehemals reich ausgestatte Kirche fast vollständig zerstört und als Erinnerung in seinem heutigen Zustand wieder errichtet. Die Residenz-Solisten spielen hier ausgewählte Meisterwerke in einem wunderbaren Ambietente.
