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Brunnenhof der Residenz
Händel: „Wassermusik“ für Trompete & Streicher D-Dur
Telemann: Tafelmusik für Trompete, Oboe & Streicher
Haydn: Trompetenkonzert
Mendelssohn: Violinkonzert E-Moll
Das Sommerkonzert verspricht ein glanzvolles Fest der Virtuosität, das den Bogen vom höfischen Barock-Prunk bis zur hochemotionalen Romantik spannt.
Den Auftakt macht Händels „Wassermusik“, ein barockes Spektakel, das ursprünglich für eine königliche Bootsparty auf der Themse komponiert wurde. Die strahlende D-Dur-Trompete diente dabei als akustischer Verstärker auf dem Wasser. König Georg I. war so hingerissen, dass er die Musiker zwang, das gesamte Werk dreimal hintereinander zu spielen – ein physischer Marathon für die Bläser.
Ganz anders Telemanns „Tafelmusik“: Sie war das „High-End-Entertainment“ für barocke Bankette. Telemann bewies dabei echtes Geschäftstalent: Er verkaufte die Noten vorab per „Crowdfunding“ an die gesamte europäische Elite, darunter sogar seinen Kollegen Händel. Der Dialog zwischen Trompete und Oboe wirkt wie ein eleganter Smalltalk bei Tisch.
Mit Haydns Trompetenkonzert wurde das Instrument quasi neu erfunden. Da sein Freund Anton Weidinger die Klappentrompete erfunden hatte, konnte Haydn erstmals Melodien schreiben, die zuvor auf einer Trompete unmöglich waren. Das Publikum war fassungslos, als das „Signalinstrument“ plötzlich so virtuos wie eine Flöte klang.
Den emotionalen Höhepunkt bildet Mendelssohns Violinkonzert. Er brach mit der Tradition, indem er die Geige ohne langes Orchester-Vorspiel sofort mit dem berühmten, sehnsuchtsvollen Thema einsteigen ließ. . Er wollte ein Konzert schaffen, das „bis in die kleinsten Details hinein glücklich macht“. Er feilte sechs Jahre an diesem Werk, bis es die Perfektion erreichte, die es heute zum Lieblingskonzert fast aller Solisten macht.
Brunnenhof der Residenz
Mozart: Ouvertüre “Die Zauberflöte“
Vivaldi: “Der Sommer” aus „Die vier Jahreszeiten“
Mozart: Flötenkonzert D-Dur
Dvorak: Symphonie Nr.9 “Aus der Neuen Welt”
Die Reise beginnt mit Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“, einem Werk, das wie ein Portal in eine andere Welt wirkt. Mit drei mächtigen, feierlichen Akkorden – einem Symbol für die freimaurerischen Prüfungen – öffnet Mozart den Vorhang. Was folgt, ist ein geniales Spiel aus Licht und Schatten: Ein flirrendes, fugiertes Thema jagt durch die Streicher und fängt die spielerische Natur des Vogelfängers Papageno ein, während die strengen Klänge an die Ernsthaftigkeit des Sarastro erinnern. Mozart vollendete die Partitur unter immensem Zeitdruck nur zwei Tage vor der Premiere am 30. September 1791. Er war so erschöpft, dass seine Frau Constanze ihm Punsch servierte und Geschichten von „Aladdin und der Wunderlampe“ erzählte, um ihn wachzuhalten. Es ist ein Wunder der Musikgeschichte, dass aus dieser nächtlichen Erschöpfung eine so vor Lebensfreude sprühende Musik entstand.
Der Kontrast könnte nicht größer sein, wenn wir zu Vivaldis „Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“ übergehen. Hier begegnen wir nicht der sanften Wärme, sondern der unerbittlichen, physischen Last der mediterranen Mittagssonne. Man hört das matte Atmen des Hirten, das ferne Kuckucksrufen und das bange Flattern der Distelfinken. Die Ruhe ist trügerisch: Im Finale entlädt sich eines der spektakulärsten Gewitter der Barockmusik in den Streichern.
Elegante Heiterkeit kehrt mit Mozarts Flötenkonzert D-Dur zurück, interpretiert vom Weltstar Michael Kofler. Das Werk ist ein Paradebeispiel für den galanten Stil: brillant, virtuos und von einer scheinbaren Mühelosigkeit durchdrungen. Mozart war verärgert, weil sein Auftraggeber, der holländische Dejean, ihm nicht das vereinbarte Honorar zahlte. Trotz dieses „honorartechnischen“ Ärgers schuf Mozart ein Werk von solcher Schönheit, dass es heute als der absolute Prüfstein für jeden Soloflötisten gilt.
Den krönenden, epischen Abschluss bildet Dvořáks 9. Symphonie „Aus der Neuen Welt“. Hier verschmelzen die Sehnsucht nach der böhmischen Heimat und die Faszination für die Weiten Amerikas zu einem monumentalen Klangteppich. Dvořák integrierte Geräusche der Großstadt New York, böhmische Melodien und Rhythmen der Spirituals sowie indianische Melodien, ohne sie direkt zu kopieren. Während seines Aufenthalts in New York war Dvořák so berühmt, dass er kaum Ruhe fand. Er verbrachte Stunden an den Bahnhöfen, um Lokomotiven zu beobachten. Viele sagen, der treibende Rhythmus des vierten Satzes erinnere an das Stampfen einer Dampflokomotive, die ihn symbolisch zurück in seine geliebte Heimat tragen sollte. Die Uraufführung in der Carnegie Hall war ein Triumphzug; das Publikum tobte vor Begeisterung, und Dvořák musste sich wie ein moderner Popstar mehrfach auf der Bühne verbeugen.
Brunnenhof der Residenz
Verdi: Ouvertüre aus „Macht des Schicksals“
Mozart: Konzert für Flöte und Harfe - Allegro
Mahler: Symphonie Nr.5 Adagietto
Bizet: „Carmen Fantasy“ für Flöte
Smetana: „Die Moldau“
Offenbach: „Can-Can“ & „Barcarole“
J.Strauß : “An der schönen blauen Donau” - Walzer
Janine Schöllhorn- Flöte, Emilie Jaulmes - Harfe & Residenz-Solisten
Dieses Konzert führt uns auf eine hochemotionale Reise durch die Opernhäuser und Flusslandschaften Europas, getragen von dramatischer Schicksalshaftigkeit und tänzerischer Eleganz.
Die Reise beginnt mit Verdis Ouvertüre zu „Die Macht des Schicksals“. Das Werk eröffnet mit drei markanten Anfangstöne – dem „Schicksalsmotiv“ und danach erklingen die schönsten Melodien aus der Oper. Anekdote: Verdi war überzeugt, dass auf dieser Oper ein Fluch laste. Tatsächlich starben bei verschiedenen Produktionen Hauptdarsteller auf offener Bühne oder Kulissen stürzten ein. Die packende Ouvertüre ist so intensiv, dass viele Dirigenten sie bis heute mit einer extra Portion Ehrfurcht dirigieren, um das Schicksal nicht herauszufordern.
Einen Moment des puren Friedens schenkt uns Mozarts Konzert für Flöte und Harfe (Allegro). Es ist eines der wenigen Werke der Klassik, das diese beiden ätherischen Instrumente vereint. Anekdote: Mozart schrieb das Doppelkonzert für einen französischen Herzog und dessen Tochter. Obwohl er privat über die „unmögliche“ Kombination der Instrumente lästerte, schuf er eine Partitur, die so schwerelos klingt, als hätten die Engel selbst die Feder geführt.
Tiefste Romantik erleben wir in Mahlers Adagietto aus der 5. Symphonie. Nur für Streicher und Harfe komponiert, ist es eine der berührendsten Liebeserklärungen der Musikgeschichte. Anekdote: Mahler schickte das Manuskript ohne ein einziges Wort an seine zukünftige Frau Alma. Sie verstand die Musik als Heiratsantrag. Weltberühmt wurde das Stück später durch den Film „Tod in Venedig“, doch für Mahler war es kein Abgesang, sondern ein glühendes Versprechen ewiger Liebe.
Die Stimmung schlägt um in spanisches Feuer mit der „Carmen Fantasy“ für Flöte. Basierend auf Bizets Oper, fordert dieses Werk vom Solisten artistische Höchstleistungen. Heute gehören die feurigen Rhythmen der Habanera und das Zigeunerlied zu den populärsten Melodien der Welt, hier virtuos auf die Flöte übertragen.
Wir folgen dem Lauf des Wassers mit Smetanas „Die Moldau“. Vom ersten Plätschern zweier kleiner Quellen wächst die Musik zu einem mächtigen Strom an, der an Jagdszenen und einer Bauernhochzeit vorbeizieht. Anekdote: Als Smetana dieses Nationalepos schrieb, war er bereits vollkommen taub. Er hörte das Tosen der St. Johann-Stromschnellen nur noch in seiner Vorstellung – ein Zeugnis ungeheurer kreativer Kraft trotz körperlichen Leids.
Den glanzvollen Abschluss bilden die Meister der Unterhaltung. Offenbach entführt uns erst mit der verträumten „Barcarole“ in eine Gondel nach Venedig, bevor der berüchtigte „Can-Can“ das Pariser Nachtleben zelebriert. Anekdote: Der Can-Can galt bei seiner Entstehung als so skandalös und unsittlich, dass die Polizei in den Tanzlokalen kontrollierte, ob die Beine der Tänzerinnen zu hoch flogen.
