Schloss Schleißheim
Festkonzert auf Schloss Schleißheim
Die Jagd war in alten Zeiten bekanntlich das vornehmste Freizeitvergnügen der Hocharistokratie. Fürst Nikolaus Esterházy dürfte deshalb die zahlreichen Jagdmotive im Finale der "Jagd-Symphonie" seines Kapellmeisters Joseph Haydn leicht wiedererkannt haben. Hier griff Haydn auf die Ouvertüre seiner Oper "La fedeltà premiata" zurück, bei der nicht zufällig die Jagdgöttin Diana eine prominente Rolle spielt. Dass Haydn auch gemütvolle Klavierlieder komponierte, ist zu Unrecht wenig bekannt. Einem davon, der "Gegenliebe" nach einem Gedicht von Bürger, entstammt das Hauptthema des langsamen zweiten Satzes. Der Typus der "Sinfonia concertante" mit ausgeprägten Solopartien mehrerer Instrumente begegnet bei Haydn mehrfach. Das berühmteste Beispiel dieser Mittelgattung zwischen Sinfonie und Konzert stammt aber von Wolfgang Amadeus Mozart. Dessen Sinfonia concertante KV 364 aus der späten Salzburger Zeit enthält dankbare Solopartien für Violine und Viola - zwei Instrumente, die Mozart neben dem Klavier perfekt beherrschte.
Besonders exquisit sind die beiden von Mozart auskomponierten Kadenzen für die dialogisierenden Soloinstrumente im ersten und zweiten Satz.
Programm
Rossini: Ouvertüre aus "Die diebische Elster"
Haydn: Symphonie Nr. 73 D-Dur "la chasse"
Mozart: Sinfonia Concertante für Violine und Viola
Chausson: Poéme
Brahms: Ungarische Tänze
ROMAN KIM - Violine, ALEXANDER ZEMTSOV - Viola & Residenz-Solisten
